Deutsch English
Kontakt
UROMED-Hotline (040) 713 007 - 0

Interstitielle Cystitis
Chronisches Schmerzsyndrom der Harnblase

Starke Schmerzen in der Blasen- und Unterbauchregion, bis zu 60 Toilettengänge am Tag und eine dementsprechend eingeschränkte Lebensqualität – die Interstitielle Cystitis (IC) ist durch ein drastisches Krankheitsbild geprägt. Viele Betroffene haben einen langen Leidensweg hinter sich, bis der richtige Befund erhoben wird. Schätzungsweise 100.000 Menschen in Deutschland, 90 Prozent davon Frauen, leiden unter IC.

Ebenso wie die chronische Cystitis, bei der es im Abstand von nur wenigen Wochen immer wieder zu schmerzhaften Blasenentzündungen kommt, geht auch die IC mit Defekten in der Schleimhaut, der Glycosaminoglykan-Schicht (GAG-Schicht) der Blase einher. Anders als die "gewöhnliche" Cystitis wird die IC nicht durch Bakterien verursacht und spricht auch nicht auf eine Therapie mit Antibiotika an. Die genaue Ursache der interstitiellen Cystitis ist noch ungeklärt. Man vermutet immunologische und infektiöse Ursachen sowie eine erhöhte Durchlässigkeit der Blasenschleimhaut für toxische Substanzen. Zudem kann Stress eine bestehende IC verschlimmern.


Wie äußert sich die interstitielle Cystitis?

  • tagsüber häufige Entleerung der Blase von kleinen Harnmengen (Pollakisurie)
  • vermehrtes nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
  • reduzierte Blasenkapazität (< 250 ml)
  • schmerzhafter Harndrang

Um andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen auszuschließen sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Dazu gehört neben einer ausführlichen Befragung der Betroffenen auch die Erstellung eines Miktionstagebuches, das dokumentiert, wie häufig die Blase mit welcher Urinmenge entleert wurde. Weitere Untersuchungen sind die körperliche Untersuchung, die Sonographie des Harntraktes, das heißt Blase und Niere, sowie die Urinuntersuchung. In der Folge schließen sich eine Harnstrahlmessung, die Messung des Blasendrucks, die Röntgenuntersuchung der Harnblase sowie eine Blasenspiegelung an.

Wege aus dem Schmerz
unsere Therapieempfehlungen bei Interstitieller und chronischer Cystitis

Wenn Sie an einer interstitiellen Cystitis leiden, wird Ihr behandelnder Arzt je nach Schwere des Krankheitsbildes und Ansprechen auf die verschiedenen Therapieformen ein individuelles Therapieschema zusammen mit Ihnen festlegen. Da die Erkrankung sehr schwierig zu behandeln ist, erfordert es von Ihrer Seite ein hohes Maß an Geduld und Mitarbeit bis ein optimales Behandlungsergebnis erzielt wird.

Das Ziel einer Behandlung besteht darin, die Lücken in der GAG-Schicht zu schließen und somit ihre Schutzfunktion wieder herzustellen. Eine intakte GAG-Schicht bildet einen Schutzfilm des Urothels gegen Mikroorganismen, Kanzerogene, Kristalle und andere Substanzen im Harn.

Mit der sogenannten »EMDA®«-Methode, der Elektromotiven Medikamentenapplikation, können über einen speziellen Katheter mit Elektrode schmerzlindernde und die Schleimhaut regenerierende Medikamente gezielt in das Blasengewebe eingebracht werden und dort unmittelbar ihre Wirkung entfalten.

»EMDA®«-Methode